Spanngurte

Anleitung Spanngurt benutzen:
Ratschengurt richtig einfädeln.

Der Spanngurtcoach klärt auf

Spanngurte und das Geheimnis um den Nutzen?

Spanngurte, Zurrgurte, Ratschengurte, Spannriemen, Gurtspanner, etc. -es gibt so viele Bezeichnungen, aber gemeint ist immer der gleiche Einsatzzweck und Nutzen der Gurte zur Ladungssicherung.
Es soll verhindert werden, dass Deine Ladung ins Rutschen gerät, denn eine rutschende Ladung kann Dich und andere in Gefahr bringen. Sie könnte z.B. von der Ladefläche rutschen und auf der Straße landen.
Kennst Du gerade in der Reisezeit die Verkehrsmeldungen aus dem Radio: "Bitte fahren Sie vorsichtig, es liegt ein Fahrrad auf der Autobahn, es ist vom Fahrradträger gefallen."
Und ganz ehrlich, möchtest Du so oder ähnlich Aufmerksamkeit auf Dich ziehen, da es Dein Fahrrad sein könnte?
Ganz bestimmt nicht, oder? Und daher sind diese Helfer Namens Spanngurte so zuverlässig und unentbehrlich, denn Sie können bei Beachtung der anerkannten Regeln zur Ladungssicherung sehr grossen und kleinen Schaden abwenden.
Ich kann Dir sagen, dass das Geheimnis darauf beruht, sie einfach nur zu nutzen.

Private oder gewerbliche Nutzung von Spanngurten - was ist der Unterschied?

Hier verhält es sich wie bei der stillen Post. Du flüsterst einem etwas ins Ohr, dieser trägt es einfach weiter und flüstert es einem Anderen in Ohr. Am Ende weiß keiner mehr, was wirklich zu Beginn geflüstert wurde. Aber viele sind der Meinung dass im privaten Ladungssicherungsbereich andere Normen und Gesetze gelten. Nämlich keine. Und genau hier muss ich Dich zwingend einmal belehren und Dir sagen, dass nicht unterschieden wird zwischen privater und gewerblicher Fahrzeugnutzung mit Ladung, welche der Sicherung bedarf.

Bei der Nutzung von Mitteln zur Verzurrung und Sicherung sind alle an die DIN und einschlägigen Normen gebunden und gehalten diese einzuhalten. Aber es können betriebliche Abweichungen gelten, die jedoch eine weitere Ausweitung und Verschärfung von Regeln zur folge haben könnten. Z.B. könnte der Chef einer Spedition seine Fahrer dazu auffordern, Gurte nur für 12 Monate zu benutzen und danach zu tauschen. Und da dieser nicht immer am Ende des Jahres mit den Fahrern diskutieren möchte , hat er einfach einmal die Äußerung getroffen, dass das Gesetz diese im gewerblichen Bereich so vorsieht. Und nun stellt Euch einmal vor, dieser Fahrer erzählt auf den Stammtischrunden und auf den privaten Familienfeiern nun von seinen Auflagen die der Chef ihm vorgelegt hatte. Und nun denken alle, dass es gewerblich so vorgeschrieben ist.

Auf privaten Grundstücken und außerhalb von Verkehrsflächen des Straßenverkehrs wo die Straßenverkehrsordnung zutrifft, kannst Du von diesen Vorschriften durchaus absehen. Aber beachte stets, dass Du die Regeln auch hier zu Deiner Sicherheit anwendest. Es können auf Sonderflächen immer abweichende Regeln zur Ladungssicherung verabredet sein.

Achte auf Besonderheiten!

Aber im Straßenverkehr wird hier nicht im Sinne der Straßenverkehrsordnung zwischen privat und gewerblich unterschieden.

Sind Spanngurte Pflicht?


Hier kann ich Dir eine ganz klare Antwort geben: "NEIN, Sie sind nicht Pflicht".
Aber wenn Du sie verwendest musst Du die Regeln befolgen da die Spanngurte aus Chemiefasern gewissen Normen unterliegen. Z.B. der DIN 12195-2 und der VDI 2700. Hier ist geregelt, wie Zurrgurte beschaffen sein müssen, damit sie bei dem angedachten Einsatzzweck zulässig sind . Das entscheidende bei der Ladungssicherung ist, dass Du Deine Ladung ausreichend gegen die Möglichkeit des Verrutschens absicherst - denn sobald es rutscht bist Du Deinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.


Der Spanngurt und das Material seines Gurtbandes


Gerne möchte ich Dir einmal die unterschiedlichen Webgarne veranschaulichen welche genutzt werden und kurz etwas zu den Eigenschaften sagen. Das Metall der Ratschen und Haken betrachten wir in einem andern Abschnitt. Eventuell gibt es noch weitere Materialien welche genutzt werden. Ich gehe hier jedoch nur kurz auf die genannten gemäß DIN 12195-2 ein.

Das Gurtband kann zum Beispiel aus folgenden Materialien gewebt sein. Der Unterschied sollte sich stets an den farblichen Etiketten ablesen lassen, wenn diese richtig eingesetzt werden:


PES - Polyester blaues Etikett: weit über 90% aller Spanngurte sind aus PES gefertigt. Das Material hat eine sehr gute Scheuerfestigkeit . Allerdings ist es im Vergleich jedoch schwerer als die 2 anderen Arten. Dafür besitzt es gute Säureeigenschaften und hervorragende Eigenschaften bei Wassereinwirkung. Feuchtigkeit wird fast nicht aufgenommen, daher die sehr gut bei Regenfahrten anwendbar.

PA - Polyamid grünes Etikett: Polyamid hat bessere Zugfestigkeiten im Vergleich. Es quillt im Wasser auf und verliert an Festigkeit. Zudem wird PA im Alter hart und steif und ist nicht bei Kontakt mit Säuren geeignet.

PP - Polypropylen braunes Etikett: Ein sehr leichtes Material welches sogar schwimmen kann. Es besitzt twas geringere Zugfestigkeit als die anderen 2 Materialien, verfügt aber über eine gute Beständigkeit bei Säuren.


Aufgrund der genannten Eigenschaften, hat sich das PES Gurtband gegenüber den Anderen in der Massenproduktion durchgesetzt und erfreut sich daher sehr großer Beliebtheit.

Wer benötigt eigentlich Spanngurte?


Das ist eine so interessante Frage, dass ich der Meinung bin, dass Jeder diese Gurte irgendwo in seinem Leben einmal benötigen wird. Von Jung bis Alt.
Es fängt schon das erste Mal als Baby an, wenn Deine Eltern Dich in Deinem Kindersitz anschnallen, damit Du beim Essen nicht vom Stuhl kletterst und Unfug treibst. Somit wurdest Du quasi erstmalig als Stuhlladung gesichert.
Bitte nicht falsch verstehen, Du bist ja schließlich eine wertvolle zu sichernde Persönlichkeit.
Du bist als Jungendlicher auch gerne mit dem Fahhrrad zum Schwimmen gefahen und hattest dabei eine Sporttasche auf dem Gepäckträger - auch diese sollte ordentlich gesichert sein, damit sich dort nicht etwas in den Speichen verfängt und Du einen ungewollten Salto über das Lenkrad machst.

Dein erstes Auto hat einen Kofferraum. Dort stellst Du auf sicher einmal eine Wasserkiste hinein und ärgerst dich immer dass sie hin und her rutscht. Im Grunde hoffst Du immer nur, dass sie nicht umkippt und eventuell sogar das Wasser ausläuft.

Solltest Du einmal mit eventuell 18 vor die Tür gesetzt werden, wartet dort der Umzugswagen oder der Anhänger von Deinem Freund und dort musst Du dann ebenfalls alles sichern, damit Du Dir nicht gleich alles neu kaufen musst, denn in der Regel ist Dein Budget ja schließlich am Anfang begrenzt.

Irgendwann einmal hast Du Hobbys und musst eventuell einmal ein Sportgerät, wie z.B. ein Surfbrett auf dem Dach befestigen, weil Du gern ans Meer willst.

Bei Deinem Check-in am Flughafen hast Du Deinen Koffer so voll gepackt, dass der droht zu bersten und Du kaufst Dir schnell noch einen Koffergurt damit auch nichts auf dem Rollfeld einzusammeln wäre.
Und so zieht sich der Spanngurt unaufhaltsam durch Dein Leben.

Du siehst, egal was Du auch immer vorhast, ein Spanngurt wäre auf jedenfalls ein treuer Begleiter, der dich auf Deiner Lebensreise immer unterstützen würde.

Jetzt weisst Du was Du zu antworten hast wenn Dich einer fragt: „Wer braucht eigentlich Zurrgurte?“ Jeder irgendwann einmal.


Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wer bei uns schon alles Spanngurte online gekauft hat und für welche Zwecke diese dienen sollten. Am Lagerfeuer könnte ich Dir hierzu stundenlang Geschichten erzählen, ach übrigens: Holz für das Feuer wird auch oft mit Spanngurten abgestapelt. Quasi Spanngurte für Holzstapel.

Welcher Spanngurt ist eigentlich der Richtige für mich?


Das ist eine der Masterfragen. Du möchtest ja schließlich mit einem guten Gefühl Deine Ladung sichern, damit Du im Anschluss am Straßenverkehr teilnehmen kannst.
Ich unterteile hier immer zwischen den mechanisch errechneten Vorgaben, sprich Empfehlungen und den psychologischem Sicherheitsfaktor, den Du ganz alleine bestimmst.

Doch wie solltest Du nun vorgehen?

Dein Sicherheitscheck zur Ladungssicherung: bitte schaue einmal auf Deine Ladefläche und prüfe, welche Zurrösen du zur Verfügung hast.

Das bedeutet: welche Möglichkeiten hast Du, Spanngurte zu befestigen?

Kannst Du sie ordentlich einhaken?

Wenn Du der Meinung bist einen Haltepunkt gefunden zu haben schau bitte in Dein Bordbuch zu deinem KFZ - dort sollte angegeben sein, welche Lasten Deine Zurrösen aufnehmen können. Nun bin ich hier immer ein Freund vom Ausnutzen der maximal zulässigen Zurrkraft, damit diese effektiv und sicher ausgenutzt wird.

Sollten Deine Zurrpunkte z.B. 400 kg Last aufnehmen können, dann wähle bitte einen Gurt mit dem Wert 800kg LC in der Umreifung (diese Angabe findest Du auf dem Label Deiner Gurtbänder). Bitte nun nicht verwundert sein. Denn Gurte werden Dir immer angepriesen mit der Zurrlast LC in der Umreifung, diese ist 2 x LC im geraden Zug. Somit hättest Du dann eine Zurrkraft im Gurt, wenn Du diesen direkt einhaken würdest und gleich an dem Gurt ziehen würdest von LC 400 kg. Quasi die maximal zulässige empfohlene Belastung Deiner Werte aus dem Bordbuch.

Nun musst Du einmal Deine Ladung ansehen. Da es hier fast unendlich viele Optionen gibt, möchte ich es Dir möglichst einfach machen und Dir eine Option bieten, welche fast immer zutrifft.

Messe bitte die Höhe Deines zu sichernden Gegenstandes und den Abstand von der Zurröse bis zu der Zurröse welche Du als Gegenstück nutzen möchtest. Z.B. möchtest Du auf der linken Seite einhaken und auf gleicher Höhe auf der rechten Seite, dann mess bitte diese Strecke. Möchtest Du jedoch hingegen diagonal spannen, von vorne links nach hinten rechts, dann bitte diese Distanz ermitteln.

Jetzt nutzt Du diese Werte um Dir die Frage zu beantworten „Welche Spanngurtlänge soll ich eigentlich wählen?“.

Achte immer darauf: das Gurtband muss von der Zurröse einmal nach oben, dann zur seite und wieder runter zur Zurröse. Nutze folgende Formel: 2 x die Höhe Gegenstand + Abstand Zurröse bis Zurröse = benötigte Länge des Spanngurts.

Nun müssen wir noch berücksichtigen, ob Du einen einteiligen Zurrgurt oder einen zweiteiligen Spanngurt benutzen solltest. Auch hier musst Du Dir einmal Deine Ladung betrachten.

Wenn Deine Ladung nicht formstabil sein sollte, wähle bitte einteilige Gurte. Diese können sich nicht aushaken wenn der Zug im Gurtband abnimmt.

Stell Dir einmal vor, Du füllst Deinen Anhänger mit Schnittholz. Durch Deine Fahrt und die Vibration fällt der Haufen nach einiger Zeit in sich zusammen und die Haken könnten sich an den Zurrpunkten lockern und Ihren Nutzen verlieren. Hier empfehle ich Dir dann einteilige Gurte.

Wenn Dein Gegenstand hingegen fest und nicht so stark verformbar ist und dieser nicht zusammen fallen kann, nutze zweiteilige Spanngurte.

Tipp am Rande für Deinen PKW: im Kofferraum nutze ich in der Regel immer einteilige Gurte.


Fazit: Wie wähle ich den richtigen Spanngurt?

Zugkraft: bestimme die Last Deiner Zurröse und verdopple diese - dass ist dann Dein LC in der Umreifung (z.B. 1.000kg Zurrpunkt macht 2.000kg LC Umreifung).

Länge: Abstand Zurröse + 2 x höhe Gegenstand

Einteilig ohne Haken: Ladung kann durch Vibration zusammenfallen

Zweiteilig mit Haken: Ladung ist fest und nicht stark verformbar


Jetzt hast Du einen ganz groben Anhaltswert, welchen Gurt ich Dir empfehlen würde. Beachte jedoch bitte, es gibt so viele Möglichkeiten, dass Du immer im Einzelfall anders entscheiden könntest. Aber eines kann ich Dir immer ans Herz legen, achte stets darauf, dass Deine Ladung zu keinem Zeitpunkt ins Rutschen geraten darf.

Was ist die psychologische Gurtgrösse?


Ich möchte Dir diese Bedeutung einmal anhand eines Beispiels veranschaulichen. Oft bekomme ich Anrufe von Bootsfahrern, die gerne Ihre Boote auf Bootstrailern sichern möchten. Der Einstiegssatz ist dann in der Regel: „ich hätte gerne die größten Gurte die sie haben.“

Sofort schalte ich dann in den Analysemodus und stelle immer die Frage, was er gerne sichern möchte und wie sein Anhänger beschaffen ist. Alle Anhänger haben in der Regel Zurrösen und diese können nur eine maximale Kraft aufnehmen wie sie im Bordbuch angegeben ist.

Bei Anhängern mittlerer Größe sind das in der Regel ca. 1.000 kg (beachte Dein eigenes Bordbuch!) Und jetzt schlage ich ihm einen 2.000 kg Gurt vor, da dieser ja im direkten Zug nur die halbe Kraft auf die Zurröse bringt. Die zulässigen 1.000 kg.

Jetzt fährt der Kunde gerne in einen psychologischen Tunnel und fordert in der Regel einen stärkeren Gurt, da er ja auf keinen Fall möchte dass der Spanngurt zu schwach bemessen ist und er die Ladung verliert. Er hat bildlich vor Augen, wie sein geliebtes Boot bei der Fahrt auf die Straße fällt und er sich in den 19.00 Uhr Nachrichten wiederfindet.

Solltest Du online Spanngurte kaufen von mir, dann freue ich mich natürlich immer, wenn du große Zurrgurte nimmst - aber macht das wirklich Sinn?

Und nun fällt es mir immer schwer den Kunden zu erklären, das der Schwachpunkt hier nicht der Gurt ist, sondern die Zurröse an seinem Anhänger. Wir reden noch gar nicht davon, dass man ja auch die Ladung nicht zerdrücken sollte bei der Sicherung. Er fährt wieder in seinen psychologischen Tunnel, denn er möchte ja nur das Beste für sein Boot.



Rein mechanisch betrachtet ist die Ladung durch einen stärkeren Gurt nicht besser gesichert, denn die Schwachstelle hat sich ja schließlich nicht geändert - die Zurröse.

Wir berücksichtigen hier bitte einmal nur die Kräfte an sich. Wir gehen nicht davon aus, dass das Material durchaus dicker ist und andere Vorteile mit sich bringen kann, z.B. mehr Substanz beim Verhindern des Durchscheuerns.

Somit wäre ein größerer Gurt einfach überdimensioniert. Ich spreche hier dann von der Findung der psychologischen Gurtgrösse. Natürlich bin ich im Sinne der Sicherheit mit diesem Effekt sehr zufrieden, denn viele andere Beispiele zeigen leider auch, dass oft auf Grund von Optimierung des Budgets (manche würden es Geiz nennen) die Sicherheit nicht maximal ausgeschöpft wird. Ich bin ein Freund der Maximierung der Möglichkeiten, denn es geht im Zweifel immer um die Sicherheit der Ladung und die Gefährdung Deiner Mitmenschen, die man so wenig wie möglich aufs Spiel setzen sollte.

Ich befürworte diesen psychologischen Effekt der Überdimensionierung bei der richtigen Wahl des Spanngurtes durchaus, denn es bringt noch weitere Vorteile mit sich - es werden einige Fehler bei der Ladungssicherung verhindert . Aber hierzu später noch einmal etwas genauer.

Leider hat dieser psychologische Tunnel auch einen negativen Aspekt, denn einige denken mit der Wahl eines größeren Gurtes ist Ihre Ladung sicherer und berücksichtigen gar nicht die Aufnahmelasten der Unterfläche, bzw. der Zurrpunkte. Da der Gurt nun ebenfalls Überdimensioniert ist, fühlt man sich auch auf der sicheren Seite. Und jetzt ist es jedoch zu Lasten der Sicherheit, da die Ladung eventuell ganz andere Anforderungen stellt. Ich habe immer den Satz in den ohren: "Ein Gurt reicht, der ist stark genug." Und jetzt hast Du ja von mir gelernt, dass man das so nie betrachten darf, oder? Betrachte immer das Große und Ganze.

Denn eine optimale Ladungssicherung kann nur funktionieren wenn das Schwächste Glied in der Kette funktioniert.

Die Psychologie kann uns hier positiv unterstützen.

Was ist der Unterschied zwischen einteiligen Spanngurten und zweiteiligen Spanngurten?

Im Prinzip ist es ganz schnell erklärt. Einteilige Zurrgurte bestehen nur aus einem Teil und Zweiteilige Zurrgurte bestehen aus 2 Teilen - fertig, die Reise kann starten. Doch wie vieles im Leben, was ganz einfach ist stellt sich am Ende immer als sehr umfangreich dar und genauso verhält es sich auch hier. Denn der Einsatzzweck der Spanngurte, die Vor- und Nachteile sind sehr unterschiedlich.

Der einteilige Spanngurt besteht in der Regel aus einem Spannelement, z.B. einer Ratsche oder Klemmschloss und einem Gurtband, welches direkt mit dem Spannelement verbunden ist. Dadurch ist es Dir leichter möglich Sachen zu bündeln, damit diese als Einheit verbunden bleiben. Als Beispiel möchte ich Dir hier einen Holzbündel nennen der zusammengehalten werden soll. Auch wenn du etwas auf einer Palette befestigen möchtest, dann ist meist ein einteiliger Gurt die bessere Wahl.

Immer wenn du auf einer Ladefläche etwas befestigen möchtest, was durch Vibrationen in sich droht zusammenzufallen, solltest Du diesen Gurt wählen. Stell Dir einmal Deinen Grünschnitt in Form von Ästen vor. Durch die Fahrt wird der Haufen Gartenschnitt immer flacher, da er sich zusammen rüttelt und die Zwischenräume die tiefer liegen gefüllt werden. Und genau jetzt kommt der Hauptvorteil dieser Zurrsysteme zum Tragen. Sie haken sich nicht aus, auch wenn das Gurtband locker wird. Achte drauf! Du musst immer Nachspannen - auch wenn der Gurt locker ist. Aber dazu später genauer. Aber für Grünschnitt wären Spannnetze durchaus zu bevorzugen.

Ein großer Nachteil der einteiligen Zurrgurte ist das Aufscheuern an den Zurrpunkten, wenn Du das Gurtband dort hindurch führst. Denn aufgrund der ständigen Vibration könnte an der Kontaktstelle eine Scheuerstelle entstehen, welche langfristig den Gurt beschädigt und unbrauchbar machen würde. Oft werden einteilige Gurte zu unkontrolliert um Gegenstände gezogen und an der abgewandten Seite wird nicht kontrolliert, ob der Gurt sich verfangen hat oder richtig anliegt. Stell Dir hierzu bitte einmal einen Haufen vor, den Du auf der Ladefläche bündeln möchtest. Du weißt nie, wie der Gurt sich unter dem Haufen verdreht hat oder verfangen hat, da Du nicht mehr das Gurtband sehen kannst.

Der zweiteilige Spanngurt besteht aus einem Spannelement mit einem Haken und einem Gurtelement mit einem Haken. Das Spannelement kann wiederum unterschiedlich sein, z.B. eine Ratsche oder ein Klemmschloss. Jetzt ist an diesem Element auch ein Haken befestigt, welcher durchaus noch mit einem kleineren Stück Gurtband verbunden sein könnte. In der Regel ca. 50 mm Gurtband. Das nun separate Gurtelement hat ebenfalls einen Haken. Nun wird quasi der eine Teil mit der Ratsche links und der andere Gurtteil rechts in eine Zurröse eingehakt, dann über die Ladung gezogen und miteinander verbunden. Zweiteilige Zurrsysteme werden oft genutzt, um etwas an Ort und Stelle zu halten in dem es überspannt und dadurch der Anpressdruck erhöht wird, man spricht hier üblicherweise vom Niederzurren. Oder Du hast die Möglichkeit etwas an Ort und Stelle zu halten, indem Du es von mehreren Seiten abspannst. Beim direkten Zurren muss die Ladung nicht zentrisch stehenum sie zu sichern, denn Sie wird von allen Seiten direkt abgespannt.

Hierzu einmal ganz kurz ein Bild für Dich: Du stellst eine Kisten mit vier Ecken auf eine Ladefläche. Nun hat jede der vier Ecken eine Öse und du spannst die Kiste in alle vier Himmelsrichtungen ab. Nun kann es der Kiste egal sein wo auf der Ladefläche Sie positioniert ist, denn die Gurte halten Sie an Ort und Stelle. Nun stellst Du die Kiste einmal an eine Seite der Ladefläche und legst einfach nur einen einteiligen oder zweiteiligen Spanngurt über sie und zurrst fest. Jetzt kannst Du die Kiste unter den Spanngurt in Richtung Mitte des Spanngurtzentrums schieben. Sie wird locker.

Ach übrigens, ich spreche immer im Allgemeinen von Haken. Jedoch muss es Beschlagteil heißen, da unterschiedliche Arten von Haken genutzt werden könnten, wie z.B. Klauenhaken, Spitzhaken, Karabinerhaken mit Sicherung, Triangel, Rahmenhaken und unzählige weitere Variationen.

Wenn Du nun den zweiteiligen Spanngurt nutzt, hast Du also immer ein Festende und ein Losende. Das Festende bezeichnet den Teil mit Ratsche und das Losende den Teil mit dem separaten Gurtband. Ein ganz klarer Vorteil ist hier das Einfache einhaken und Handling in der Praxis. Daher ist dieses Gurtsystem dass am meisten verwendete.

Der hauptsächliche Nachteil liegt hier im Aushaken des Hakens. Wenn Du z. B. etwas verzurrst und nicht genau darauf achtest, dass die Spannung im Gurtband richtig anliegt und der Gurt sich während der Fahrt etwas verschiebt, dann besteht immer die Gefahr des Aushakens und somit wäre Deine Ladung nicht mehr gesichert. Sie könnte dann ungehindert auf der Ladefläche umher rollen und sehr großen Schaden verursachen.

Als Fazit halten wir hier einmal für Dich fest: nutze einteilige zum Bündeln und bei loser Ware sowie zweiteilige immer wenn Du feste unverformbare Gegenstände hast, die an Ort und Stelle gehalten werden sollten.

CE Zeichen bei Spanngurten, Kennzeichnung Zurrgurte

Deine Spanngurte haben gar kein CE Zeichen, warum?


Nun muss ich einmal die Frage stellen, warum hast Du Spanngurte mit CE Kennzeichnung? Oder wer hat Dir davon erzählt? Jetzt müssen wir hier erst einmal etwas Licht ins Dunkle bringen, wo das CE Zeichen generell zu nutzen ist und welchen Einfluss es auf Zurrgurte hat. Ich nehme Dir schon einmal die Spannung vorweg, damit Du Dich nicht langweilig durch die Erklärung lesen musst.

"Es ist untersagt Spanngurte in den Verkehr zu bringen, welche mit dem CE Kennzeichen versehen sind. Spanngurte mit der CE Kennzeichnung sind somit verboten und nicht zulässig in den Verkauf zu gelangen."

So, nun lauf bitte schnell in die Garage und entsorge alle Gurte, welche diese Zeichnung tragen und tausche sie bitte.

Nein, dass ist keine Werbemasche von mir um Dich zum Kaufen von Spanngurten zu bewegen, sondern ich möchte dass Du aufgeklärt wirst und Dich auf mich verlassen kannstdamit du immer mit einem guten Gefühl durch die Gegend fahren kannst.

Im deutschen Wirtschaftsraum gibt es das Produktsicherheitsgesetz und dort ist ganz klar geregelt, dass Artikel nicht in den Handel gelangen dürfen, welche nicht richtig gekennzeichnet wurden. Doch nun müssen wir einmal in die Bestimmung der CE Kennzeichnung reinschauen „wann“ das CE Zeichen genutzt werden darf und muss. Dort sind unterschiedliche Kategorien aufgeführt, wie z.B. Kinderspielzeug, Elektrogeräte, persönliche Schutzausrüstung, Maschinen und vieles andere mehr. Jedoch wird in keiner dieser Auflistungen etwas von Spanngurten erwähnt. Somit darf der Spanngurt keine CE Kennzeichnung tragen!

Und nun müssen wir wieder in das Produktsicherheitsgesetz schauen. Dort ist ganz eindeutig geregelt: Artikel, welche unzulässig gekennzeichnet wurden, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. Und? Erkennst Du die Problematik?
Es ist für Dich als Konsument fast unmöglich herauszufinden, was Recht und Ordnung ist in Bezug auf die Kennzeichnung von Spanngurten zur Ladungssicherung. Dir bleibt einfach nur, Dich auf den Fachhandel für Ladungssicherung oder den Fachhändler für Spanngurte zu verlassen. Aus meiner Erfahrung kann ich Dir hier fast alle Fachhändler empfehlen, denn die machen sich ja mittlerweile auch schlau in meinen Posts und wir lernen ja schließlich alle voneinander und tauschen uns rege aus. Meine ganz klare Empfehlung hier: kaufe Spanngurte online nur bei Verkäufern, die Dir ein gutes Gefühl geben. Denn Deine Sicherheit sollte an erster Stelle stehen.

DIN EN 12195-2 Die Bibel der Ladungssicherung.

Was bedeutet eigentlich das blaue Label an den Spanngurten?

Ich bezeichne sie als die Bibel der Ladungssicherung für Fahrzeuge im Straßenverkehr, die DIN 12195-2:2000. Ihr müsst Euch einmal vorstellen, dass der Kontrolleur gerne schnell in Erfahrung bringen möchte, ob der genutzte Gurt den Anforderungen gerecht wird, welche erwartet werden. Und er möchte ganz klar erkennen ob die Kräfte ausreichend abgesichert wurden bei der Ladungssicherung. Genau wie Du Dich mit deinem Ausweis ausweisen musst, beschreibe ich das Label als den Personalausweis für Spanngurte, der ganz eindeutige Bezeichnungen aufweisen muss.

Die Pflichtangaben auf dem Label für Spanngurte:
· Hersteller / Lieferant
· Zurrkraft LC
· Länge
· Spannkraft / Handspannkraft
· Material Gurtband
· Rückverfolgbarkeitscode
· Produktionsdatum
· Warnhinweis: Darf nicht zum Heben verwendet werden!
· Dehnung


Also denk immer bei Deiner Reise an den Personalausweis für Deine Spanngurte. Denn bei der Kontrolle durch die Polizei oder dem BAG wird dieser von dir verlangt. Jeder Spanngurt benötigt seinen eigenen, ganz individuellen Ausweis.

Spanngurte aufrollen, den Haken nach innen oder außen?


Hier kann ich Dir eine Empfehlung meinerseits geben. Stell Dir nur einmal vor, was alles passieren kann, wenn Du den Spanngurt abrollst wie einen Feuerwehrschlauch, wenn der Haken innen schützend eingewickelt wäre? Die Rolle würde beim Abrollen Fahrt aufnehmen, da Du ja das lose Ende fetshalten würdest. Am Ende angekommen würde dann der Haken des Spanngurtes ungehindert und mit voller Wucht auf etwas schlagen können. Er könnte z.B. Deinen Helfer auf der anderen Ladungsseite treffen und verletzen. Gar nicht auszumalen, wenn der Metallhaken ungehindert ins Gesicht treffen würde. Wie die Zähne das finden würden, brauche ich Dir ja nun nicht mehr bildlich darstellen, oder?
Eventuell kannst Du aber die Auswurflänge gar nicht mehr kontrollieren und der Haken würde ein parkendes Fahrzeug auf der anderen Seite treffen. Glaub mir, nicht jedes Fahrzeug hat Panzerglass oder eine kratzfeste Oberflächenbeschichtung. Die Diskussion mit dem Besitzer könntest Du Dir mit meiner Empfehlung wirklich ersparen.

Ganz klar empfehle ich Dir hier: Immer wenn Du einen Gurt abrollen möchtest, halte bitte die Metallteile in der Hand und wickle immer den Gurt nach innen, nie das Metall!
Solltest du hingegen Deinen Stauraum schonen wollen und die Metallteile durch das Gurtband schützen wollen, beachte bitte, auf ein Werfen zum Abrollen zu verzichten, damit niemand zu Schaden kommt.

Falls Du weitere Fragen hast, sind wir jederzeit für Dich unter info@industrieplanet.com erreichbar.

Dein Spanngurt Coach